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Im Corona-Jahr mit seinen Einschränkungen schärfte ein kleines Virus den Blick auf die Nöte der Zeit. Es verdeutlichte auch, was den Menschen am Herzen liegt. In Gramschatz war es der sprichwörtliche Zusammenhalt im Dorf.

Für die Dorfbewohner war es nicht leicht, auf ihre Vereinsfeste und gemeinsame Unternehmungen zu verzichten. „Bei uns hat Corona viel Kreatives und Positives hervorgebracht“, weiß Conny Brendler. Ingrid Volk und Gunde Wiesner etwa haben sich privat engagiert. Bisher nähten sie 1600 Mund-Nase-Masken. Die meisten verschenkten sie an umliegende Seniorenheime und Schulen, an die Station Regenbogen der Uniklinik in Würzburg und für Flüchtlinge.

Manche der selbstgenähten Masken verkauften sie. Dafür und für eigene Holzarbeiten nahmen sie 350 Euro ein. Das Geld spendeten die zwei Frauen dem Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“. Zudem bastelten sie für alle Gramschatzer und einige Seniorenheime kleine Gaben zu Ostern und Weihnachten. In ihre Geschenktüten legten sie Gedichte oder süßes Gebäck.

Damit bereiteten die beiden Frauen Freude und machten Menschen Mut. Das wollen auch die Frauen und Männer, die sich seit Beginn der Pandemie im März in der Nachbarschaftshilfe engagieren. Sie erledigen insbesondere für Menschen in Quarantäne Gänge zum Einkaufen oder zur Apotheke.

Ein schwieriges Jahr hatte die Freiwillige Feuerwehr. „Noch nie hatten wir so viele Einsätze wie heuer“, informiert Kommandant Dirk Wiesner. Über 30 Mal sind die Feuerwehrleute ausgerückt, und das, obwohl Einsätze zur Absicherung von diversen Prozessionen und Wallfahrten gar nicht stattfanden.

Dass zur üblichen Schutzkleidung die Mund-Nase-Masken dazukamen und Abstandsregeln eingehalten werden mussten, wären besondere Herausforderungen gewesen. „Weil Übungen und Ausbildungen im Feuerwehrhaus nicht möglich sind, treffen wir uns nun zu Vorstandsitzungen und kleinen Übungen per Videokonferenz“, beschreibt Kommandant Wiesner die Lage.

Es freut ihn sehr, dass die Gramschatzer Spendenaktion zum Jahresende geklappt hat. Weil der traditionelle Christbaummarkt nicht stattfinden konnte, baten die Vereine um Spenden für die Hilfsorganisationen, die sie bisher unterstützten. Erfreuliche 1500 Euro sind so zusammen gekommen.

Sehr engagiert hat sich der Pfarrgemeinderat. Zu allen kirchlichen Festen im Jahr ließen sich engagierte Mitglieder der Kirchengemeinde St. Cyriakus etwas einfallen.

Zum Palmsonntag legten sie Palmzweige und Buchs  und zu Weihnachten Schokoengel vor die Haustüren, in der Karwoche organisierten sie das „homeoffice-Rappeln“, im Advent konnten unterhaltsam gefüllte Tüten abgeholt werden und für den Heiligen Abend daheim stellten sie Liedzettel, Bastelmaterial und Weihnachtsgeschichten bereit.

Während die Kirchengemeinde eher leise im Hintergrund agierte, waren einige Musikanten lautstark zu hören. Vor allem Elmar Rottmann und Doris Krückel wollten „die Corona-Wartezeit mit Musik überbrücken“. Mit „Corona-Abstand“ spielten sie in der Karwoche, zu Ostern, an den Sonntagen im Marienmonat Mai und in der Adventszeit, zu Allerheiligen, zur Erstkommunion und am Heiligen Abend.

Bei ihren Blasmusik-Aktionen an drei Stellen im Dorf wurden sie mehrmals von Martin Weis und Philipp Stark unterstützt. Die Musikanten bekamen durch Whats-app-Nachrichten, mit Dankesschreiben im Briefkasten, mit Applaus und kleinen Geschenken viel Lob. „Die Menschen brauchen Musik“, ist Elmar Rottmann überzeugt. Für ihn war es ein Anliegen, auf diese Weise „ vor allem das kirchliche Leben im Jahreskreislauf aufrecht zu erhalten“.

Nur gut 600 Einwohner hat der Ortsteil der Marktgemeinde Rimpar. Im Jahr 2022 wollen sie mit über das Jahr verteilten Aktionen ihre 1250-jährige Geschichte feiern. Dann wird das Corona-Virus hoffentlich eingedämmt sein. Die Dorfbewohner vermissen sich. Das beweisen ihre herzlichen Aktivitäten im Corona-Jahr 2020.

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